Gekürzte Hörbücher

Leider gibt es in meiner Bücherei hauptsächlich gekürzte Hörbücher. Da ich aber leihe, und nicht kaufe, habe ich dann letztens eine ‘autorisierte’ (d.h. von der Autorin abgesegnete, gekürzte) Fassung von ‘Das Lächeln der Fortuna’ von Rebecca Gablé mitgenommen. Die ist nicht nur gekürzt, sondern auch noch mit Musik unterlegt, was erschwerend hinzukommt, denn die laute Musik übertönte teilweise den Sprecher.

Ich habe es nicht zu ende gehört, es war einfach grottenschlecht. Natürlich frage ich mich jetzt, ob es an den Kürzungen liegt, oder ob das Buch einfach so schlecht ist? Ich werde zumindest jetzt auch bei geliehenen Hörbüchern meinem Prinzip treu bleiben, keine gekürzten Fassungen zu hören (ich lese auch keine gekürzten Fassungen).

Was sind denn eure Erfahrungen mit gekürzten Büchern? Hop oder Flop?

Ich höre fast nie Hörbücher - egal, ob gekürzt oder ungekürzt - deshalb kann ich Dir auf Deine eigentliche Frage leider keine Antwort geben.

Aber ich bin sicher, dass es an den Kürzungen lag, dass Dir “Das Lächeln der Fortuna” nicht gefallen hat.
Ich würde Dir auf jeden Fall raten, dem Buch noch eine Chance zu geben und es zu lesen :heart_eyes:

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Ich liebe das Buch, es gehört zu meinen Lieblingsbüchern! Natürlich sind die Geschmäcker verschieden, aber falls du gerne historische Romane magst, die umfangreich sind und in denen man auch viel Geschichtswissen vermittelt bekommt, dann ist Rebecca Gablé vielleicht nicht ganz falsch.

Von gekürzten Hörbüchern nehme ich seit Jahren Abstand, das geht gar nicht! Insbesondere bei solchen Wälzern, die eigentlich 30-40 Stunden lang sein müssten, die dann auf ca. 10 Stunden heruntergekürzt sind. Da fehlen dann mal eben zwei Drittel bis drei Viertel der Handlung…
Ganz schlimm finde ich das auch bei den Hörbüchern von Diana Gabaldon, da ist ein guter Teil der Handlung gestrichen, aber die Sexszenen bleiben natürlich drin, so dass man den Eindruck hat, dass es in dem Buch nur um das Eine geht…

Und Musik muss ich auch nicht haben, mir geht es da genauso, die ist oft so dämlich abgemischt, dass sie viel zu laut ist. Da nervt es mich schon, wenn die beim CD-Wechsel nur kurz eingespielt wird.

Da ich zusätzlich mit diversen deutschen Sprechern meine Probleme habe, greife ich bei Büchern, die im Original auf Englisch erschienen sind, gerne auf die englischen Hörbücher zurück, sofern es die beim deutschen Audible gibt.

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Ich höre sehr viele Hörbücher, würde ich mal sagen. Bisher ist meine Erfahrung, dass es nicht an den Kürzungen liegt, wenn mir eins nicht gefallen hat, sondern am gesamten Hörbuch.

Kürzungen, die sinnentstellend waren, sind mir bisher nicht begegnet.

Ich habe früher auch sehr viele gekürzte Hörbücher gehört, und bei vielen ist mir die Kürzung nicht weiter aufgefallen bzw. es hat mich nicht gestört, z.B. bei Tess Gerritsen. Aber es gibt eben auch die verhunzten Hörbücher. Sie mögen selten sein, aber es gibt sie. Sie fallen natürlich besonders dann auf, wenn man das Buch schon kennt und man das Hörbuch nur hört, um sich die Geschichte für den Nachfolgeband in Erinnerung zu rufen. Und wenn dann Szenen fehlen, in denen Charaktere eingeführt werden oder die man als Schlüsselszenen in Erinnerung hat, ist das schon blöd, kennt man das Buch natürlich nicht, kann man auch wenig vermissen.

Ich liebe historische Romane, aber dieser hier wirkt einfach gehackstückt. Keine Überleitungen (oder minimal), alles erscheint recht zusammenhanglos. Vielleicht liegt es wirklich an der Kürzung, so dass sich mir die Frage stellt, warum es überhaupt gekürzte Fassungen gibt. :-/

Ich höre auch alles, was ich auf Audible im Original bekommen kann, auf englisch, aber Gablé schreibt ja auf deutsch, und der Vorleser war OK. Nur das Buch eben nicht.

Wir haben mal in einer Leserunde ein gekürztes Buch gelesen, und da war es deutlich zu merken, da vieles keinen Sinn ergab weil Informationen fehlten. Der Autor hatte nicht selbst gekürzt, aber vermutlich macht das kaum einen Unterschied. Wie du oben schon sagtest, wenn zu viel fehlt ergibt alles keinen Sinn mehr. Jedenfalls sind gekürzte Bücher Zeitverschwendung.[quote=“Karin1910, post:2, topic:438”]
Ich würde Dir auf jeden Fall raten, dem Buch noch eine Chance zu geben und es zu lesen :heart_eyes:
[/quote]

Zum lesen dicker Wälzer habe ich überhaupt keine Zeit, aber hören geht (fast) immer, deswegen ist es so enttäuschend dass die Bücherei nur gekürzte Hörbücher hat.

Wie schon gesagt, sind die Geschmäcker verschieden, aber für mich hat sich dieses Buch so flott gelesen, dass die über 1000 Seiten wie im Flug vergangen sind :smiley:

Sicher, wenn man sich die Zeit nehmen kann, ist alles gut. Ich schrecke nicht per se vor dicken Wälzern zurück (das sieht man im ereader sowieso nicht), ich habe ganz einfach nicht die Zeit (und Konzentration wenn ich Zeit habe), zu lesen. Egal welche Länge ein Buch hat. :slight_smile:

Ich finde das ja sowas von unsinnig und überflüssig! Was sollen diese gekürzten Fassungen? Welchen Sinn haben halbe Geschichten? Wie du schon richtig schriebst: Du liest ja auch keine gekürzten Bücher. Was für ein Schwachsinn!!

Ich habe mich ja sehr geärgert, als ich versehentlich mal zu einer gekürzten Fassung gekommen bin und nicht sofort erkannt habe. Wie habe ich das letztlich gemerkt? An der Laufzeit. Ich dachte nur Wie? Kann doch nicht schon zu ende sein. Das kam mir sehr komisch vor, so habe ich nochmal auf die Hülle geschaut, und hinten ganz unten stand dann gekürzte Fassung. Ja, vielen Dank! Total logisch! :woman_facepalming: Das ist eine der glorreichen Erfindungen, bei denen ich mich ernsthaft frage, wer auf so eine Schnapsidee kommt … (derjenige hatte wohl ein Schnäpschen zu viel intus). Seitdem passe ich höllisch auf und drehe jedes Hörbuch zig mal, bis ich die Kennzeichnung Ungekürzte oder Gekürzte Fassung lese.

Wenn das Buch doch so schlecht ist, warum dann das Hörbuch? Fragen auf die es keine sinnvollen, dafür aber eine Menge sinnfreie Argumente gibt. Danke an die Verlage für diese Geschäftsidee, ich bleibe da doch lieber bei meinem Verstand. Rentiert sich mehr.

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Darum bin ich kein Fan von Hörbüchern, ich hatte 3x eine gekürzte Fassung geschenkt bekommen, dämlich finde ich so etwas. Wie du schon schreibst, ich lese ja auch kein halbes Buch :face_with_raised_eyebrow:

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Viele schreiben oft, sie lesen stellenweise quer. Finde ich persönlich schlimmer. Kommt aber aufs Gleiche raus, nur wissen die ja nicht, ob sie Wichtiges auslassen.

Ich habe hin und wieder Buch UND Hörbuch genossen und da waren dann auch mal gekürzte Versionen dabei. Es haben immer nur unwichtige Stellen gefehlt. Auch jetzt bei “Niemalswelt”. Es sind Sätze, die nicht relevant für die Geschichte sind und die keine Lücken hinterlassen.

Ich habe auch gerne beides, Buch und Hörbuch. Auch wenn einige Sätze wegfallen können, was soll das für ein sinn ergeben? Wenn ich eine Geschichte hören möchte, dann ganz. Selbst so kleine Sätze können am Ende für den Zuhörer relevant sein, vor allem für Bewertungen. Für mich sieht das ganz klar nach zusätzlicher Einnahmequelle aus. Quetschen, wo es geht. Vielleicht bekommen wir demnächst gekürzte Buchfassungen; da fallen dann auch diese ausrangierbaren Sätze weg. Liest sich vielleicht futuristisch, aber das kann auch ein Anfang für Zensur sein.

In Neuauflagen ist das öfters tatsächlich so.

Mit Zensur hat das aber nichts zu tun.

Aber es geht schon wieder los - ich bin dann mal raus hier.

:thinking:

Kosten sparen!

Kosten sparen!

Nein, ist es nicht. Das Problem ist, dass der Verlag erst mal in Vorkasse muss. Er muss das Geld für 's Einlesen in die Hand nehmen und die kompletten Nacharbeiten. Da frage ich dich… würdest du vorneweg über 20 € für ein Hörbuch zahlen, wenn du das Buch für 10 € haben kannst?

Und wie @MissDaisy die Stellen, die gekürzt werden sind oft unwesentlich. Es gibt tatsächlich Bücher, bei denen man merkt, dass da jetzt was fehlt, aber die gehören eher der Seltenheit an.

Eben nicht. Sondern mehr das Gegenteil. Hab ich ja eben schon erklärt.
Und das mit der Zensur ist Bullshit, aber das dürfte dir wohl selbst klar sein, wenn du deinen Verstand benutzt.

Ist auch nur ein weeeeiter Gedanke, der sich weiterspinnt :wink::wink: Man muss nicht alle Gedanken auf das Jetzt projizieren … es lässt sich nicht kontrollieren, welcher Gedanke auf Gedanke folgt … es spinnt sich eben willkürlich weiter. Aber um es leichter zu machen, halte ich diese demnächst einfach an mich. Man lernt nie aus! :grin:

Da stelle ich mir dennoch die Frage, ob es sinnvoll ist … dann greife ich doch lieber zum Buch, wenn ich nicht die ganze Story bekomme.

Ich bin da zwiegespalten. Vor ner Weile hätte ich gesagt, ich möchte gefälligst nichts Gekürztes haben. Aber mittlerweile merke ich schon, dass mich zu lange Hörbücher abschrecken, die schiebe ich ewig vor mir her - höre ja nur auf dem Arbeitesweg, also wenn ich durchziehe, maximal 1h pro Tag. Dann ist mir nicht jeden Tag, bei jeder Verkehrssituation oder müdigkeitsbedingt nach Konzentration aufs Hörbuch… da zieht sich das teilweise ja über einige Wochen und ich komme nicht zum Schluss.

Grad bei ganz simplem Liebeskitsch hab ich schon gelegentlich auf gekürzte Fassungen zurückgegriffen - dank Büchereiquelle zahle ich ja nicht je Hörbuch, da tut das einfach nicht so weh, wenn es mir nicht passt - und gerade da, bei eh anspruchslosen Geschichten, fand ich es sogar sehr erholsam, wenn die nur 4-6 Stunden gehen. Da bin ich in ner guten Woche teilweise durch. Dufte.

Dann hatte ich aber mal ein gekürztes Hörbuch eines meiner Lieblingsbücher, DA fand ich es aber wieder ganz furchtbar. Da kannte ich aber auch das Original gut genug, dass mir absolut aufgefallen ist, dass was fehlte.

Aber ich denke, sowas ist wirklich gut Geschmackssache. Mir persönlich ist wie gesagt mittlerweile ganz recht, wenn die Dinger nicht ewig lang sind, grad weil man in lahmen Passagen nicht etwas überfliegender lesen kann sondern auf Gedeih und Verderb dem Sprechertempo ausgeliefert ist. Eine vollständige Lesung von z.B. “Die Seiten der Welt” und ähnlichen Wälzern wären damit für mich echt ein Alptraum xD

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Ich hätte das auch einfach im Raum stehen lassen, wenn du jetzt spezielle Bücher benannt hättest, mit politischen hintergründen, bei denen man vielleicht sagen könnte, es sei gerechtfertigt. Doch in dem Zusammenhang, allgemein jedes Buch betreffend, ist das doch schon arg weit her geholt.

So sieht das aber eben nicht jeder. Ich finde es toll mit einem Hörbuch im Radio mich auf den Weg zur Arbeit oder Heim zu machen. Natürlich versuche ich darauf zu achten, dass es keine gekürzten Lesungen sind, aber das klappt eben nicht immer. Wobei ich es bei manchen Bücher wie beispielsweise “Seelen” von der Twighligt Frau auch überhaupt nicht tragisch fand und froh war als es dann vorbei war. Mehr oder weniger. :smiley:

Wo ich mich natürlich sehr geärgert habe, war die Panem Reihe. Hoch gerechnet fehlte in der Summe etwa 8 Stunden…Gemerkt habe ich aber nichts davon. Da ging es mir einfach nur wie dir: Warum macht man sowas? Schlussendlich verstehe ich es aber ein bisschen, denn wie gesagt: Es steckt eine Menge Arbeit drin. Hätte ich damals besser darauf geachtet, dann hätte ich tiefer in die Tasche gelangt und mir die ungekürzte Lesung geholt, aber ich wollte ja sparen.

Da habe ich aktuell Red Rising 1-3 ungekürzt hinter mir. Zwischen 35 und 40 Stunden. Eine Woche konnte ich aber auch im Geschäft nebenher hören, weil die Chefin im Urlaub war und auch so bei diversen Haushaltskram höre ich nebenher Buch. Ich wollte bei der Reihe aber auch keine Minute missen. (Da sprechen wir aber auch von den benannten Preisen… jedes Buch liegt bei 28 € und der vierte Band sogar bei 30 €…)

Ansonsten geht es mir da ähnlich wie dir. Es kommt immer auf’s Buch an.

Da gebe ich dir recht. Ist nicht so, dass das meine tiefe Überzeugung ist bezüglich der Zensur. Der Gedanke kam mir einfach dazu, mehr nicht. Ganz harmlos. :innocent:

Ist aber sehr schade. Ich habe da das Gefühl, mir fehlt was, auch bei Geschichten, die mir nicht gefallen. So geht es mir auch mit meinem Beispiel-Hörbuch, von dem ich berichtet habe: hat mir nicht so zugesagt, aber wenn es die ganze Geschichte gewesen wäre, vielleicht ja doch?! Das ist die Frage …:smirk: Klar, muss das jeder für sich entscheiden, aber darum geht es hier ja auch … wurde ja nach unseren Ansichten dazu gefragt.