Ich hatte mir Erziehung auch einfacher vorgestellt, bevor ich ein Kind hatte, vieles klingt in der Theorie toll, lässt sich aber nur schwer umsetzen. Zudem sind auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse dem Zeitgeist unterworfen, und vieles, was heute richtig ist, wird in 20 Jahren wieder falsch sein. Wenn ich sehe, dass manche Eltern das Kind achselzuckend in der Öffentlichkeit lautstark ihre Trotzphase ausleben lassen, kann ich das nicht nachvollziehen, egal, ob das nach aktuellem Stand „richtig“ ist.
Ich möchte mich in meinem Haus wohlfühlen, und da gehört dazu, dass die Kleidung aller Familienmitglieder einen hygienischen Mindeststandard erfüllt, man sich nicht vom Boden sattfuttern kann und Geschirr täglich im Geschirrspüler landet. Und, wie Du schreibst: Ich möchte natürlich auch, dass mein Sohn in der Schule sauber gekleidet ist, alles andere wäre ja eine Zumutung für Mitschüler und Lehrer. Geduscht wird alle zwei Tage, bei Sport oder so natürlich auch zwischendurch. Das ist auch kein Problem. Du fragst, ob es zu viel verlangt ist von Eltern, und ich finde ganz klar, nein. Ich habe schon den Eindruck, dass zwei Vollzeitjobs dazu führen, dass die Erziehung und Sauberkeit zB bei Klamotten bei manchen etwas zu kurz kommen. Bei Kleidung von Mitschülern fällt mir das extrem auf. Winterjacken scheinen zB so gut wie nie zwischendurch gewaschen zu werden, Flecken sind häufig irgendwo auf Pulli oder Hose. Da achte ich bei uns sehr drauf, bin aber eben auch (krankheitsbedingt) nicht berufstätig. Eine Patentlösung weiß ich nicht, am besten wäre wohl ein Berufsmodell, bei dem beide Partner auf 75% gehen könnten, aber hierfür gibt es in Deutschland momentan nicht die Möglichkeiten und auch keine Akzeptanz von Arbeitgeberseite.


Tja, Deo auf Schweiß…riecht nicht besonders lecker, im Gegenteil. Ohne Wasser und Seife vorher geht es nicht.